AMÖ-Informationstag: Versandhauslogistik im Wandel

Das Thema Distributionslogistik bildete den Schwerpunkt beim diesjährigen Informationstag für Neumöbel- und Versandhauslogistik der AMÖ am 5. Oktober in Werl. Laut Andreas Ruf vom Verband der Deutschen Möbelindustrie blickt die deutsche Möbelindustrie weiterhin optimistisch in die Zukunft. Die boomende Bauwirtschaft führt zu einer anhaltenden Konjunktur, insbesondere in der Küchenmöbelindustrie. Die Büromöbelhersteller sind weiterhin mit positiven Zahlen auf dem Markt und auch der Export in den meisten Regionen sei stabil. Ein Wermutstropfen seien die zunehmenden Insolvenzen in der Möbelindustrie.

Schutz vor Insolvenz

Wie man sich vor Insolvenz schützen kann und welche Auswirkungen das Insolvenzrecht mit seinen möglichen Rückforderungen für den Möbelspediteur hat, erläuterte Florian Heiligers von der R+V Versicherung. Insolvenzverwalter versuchten immer wieder mit Anfechtungen Zahlungen zurückzufordern, die lange vor der Insolvenz getätigt wurden. Insbesondere bei Ratenvereinbarungen oder häufigen Mahnungen werde gerne abgeleitet, dass der Spediteur von Zahlungsproblemen des Schuldners wusste und sich deswegen einen ungerechtfertigten Vorteil gegenüber anderen von der Insolvenz betroffenen Gläubigern verschafft hat. Heiligers rät in solchen Fällen zu anwaltlichem Rat an und warnt vor der Herausgabe von Unterlagen an den Insolvenzverwalter. Mit dem Speditionspfandrecht seien die Spediteure relativ gut abgesichert, dennoch bietet es sich an, die Bonität der Kunden kontinuierlich zu überwachen.

Onlinehandel braucht Qualität

Martin Wieland vom Hermes Einrichtungsservice stellte die Entwicklungen und Herausforderungen der Versandhauslogistik aus Hermes-Sicht dar. Im Onlinehandel werde weiterhin ein deutliches Wachstum erwartet. Allerdings sei festzustellen, dass sich der Versandhandel nach dem Zusammenbruch der klassischen Katalogversender im Moment erst wieder auf dem Niveau von 2003 befindet. Er erwartet Wachstum vor allem bei den Unternehmen, die mit hoher Qualität und Serviceleistungen aufwarten, wie Amazon, Otto oder Ikea. Unternehmen, die auf die Billigschiene setzen, werden es zukünftig auch online schwer haben. Eine besondere Herausforderung sieht er darin, dem Möbel-Onlinekunden einen gleichwertigen Service zu bieten wie dem einfachen Paketkunden.

Kontroverse Diskussion

In der anschließenden kontroversen Diskussion wurde deutlich, dass die Zunahme der Servicequalität bei gleichzeitigem Wachstum der Menge und rückläufigen personellen Kapazitäten unter dem Versuch, Kosten zu reduzieren, der Quadratur des Kreises gleichkommen muss. Die Berichte von AMÖ-Geschäftsführer Dierk Hochgesang über den Sachstand der Arbeit in der Zukunftsinitiative Möbellogistik (ZIMlog) und von Unternehmensberater Jürgen Kirchner zur Kostenentwicklung in der Möbellogistik, insbesondere Überlagernahme und Umschlag, rundeten die Veranstaltung ab. Im Ergebnis gewannen die Teilnehmer Informationen, um die strategische Ausrichtung der eigenen Unternehmen für die nächste Zukunft zu prüfen und zu optimieren.

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