AMÖ-Möbelspediteure bieten Perspektiven gegen den Fachkräftemangel

Setzte der Fachkräftemangel den Möbelspediteuren in Deutschland im vergangenen Jahr immer weiter zu, hat sich das Thema Personal binnen eines Jahres in weiten Teilen des Gewerbes noch verschlimmert.

Im Vergleich zur Umfrage anlässlich der AMÖ-Jahrestagung 2018 in Papenburg hat sich die Personalsituation zwischen August 2018 bis heute bei mehr als der Hälfte (53 Prozent) der Unternehmen noch verschärft. Bei gut einem Drittel ist sie unverändert. Nur in jedem zehnten Mitgliedsunternehmen der AMÖ hat sie sich eigenen Angaben zufolge verbessert.

Sechs von zehn der befragten Mitgliedsunternehmen sehen ihre Geschäftstätigkeit „sehr stark“ bis „stark“, und ein Drittel „spürbar“ beeinflusst. Fast jedes zehnte Unternehmen überlegt, seine Tätigkeit deshalb einzustellen. Mehr als die Hälfte wird den Betrieb wohl verkleinern müssen. Zuletzt wurde der AMÖ immer häufiger berichtet, dass Geschäftsinhaber selbst „auf den Lkw mussten“, um Aufträge kunden- und termingerecht durchführen zu können. Der Negativtrend der vergangenen Jahre hat sich damit weiter gefestigt. Die Folge sind unter anderem massive Auswirkungen auf die Investitionsvorhaben der AMÖ-Mitgliedsunternehmen.

Lösungsansätze und Perspektiven

Wenn auch belastend, sind die neueren Entwicklungen für die Möbelspediteure dennoch kein Grund aufzustecken. Mit unterschiedlichen Angeboten und Lösungsansätzen unter anderem zur Personalgewinnung und Personalqualifikation – laut Umfrage wollen 60 Prozent in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren! – tritt das Gewerbe entschieden dem Status quo entgegen.

Insbesondere bei der Suche nach Fachkräften für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice versucht die AMÖ nach Kräften zu unterstützen, und hat mit seiner vollständig modernisierten Internetseite www.fmku.de ein Angebot entwickelt, das mit seiner optischen und inhaltlichen Gestaltung die junge Zielgruppe noch zielgerichteter in den Fokus nimmt. Neben Informationen rund um den Ausbildungsberuf können sie dort außerdem eine Ausbildungs- oder Praktikumsstelle in einem Unternehmen in ihrer Nähe finden.

Erster Meister-Kurs gestartet

Eine attraktive Perspektive bietet die Weiterbildung „Geprüfte/r Meister/innen Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (IHK)“. Ein erster Vorbereitungslehrgang, den die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein (WAK) in Bochum in Nordrhein-Westfalen anbietet, startet am 23. September 2019. In drei Jahren hoffen wir, die ersten Kursteilnehmer als Meister in den Unternehmen einsetzen zu können.

Mehr Attraktivität soll auch dem Fahrerberuf zukommen: Gemeinsam mit hochkarätigen Mitstreitern will der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. der Transport‐ und Logistikbranche und besonders den Berufskraftfahrern zu einem besseren Ansehen verhelfen. Hierzu haben insgesamt 21 Gründungsmitglieder im Mai 2019 den Verein „PROFI – Pro Fahrer-Image“ gegründet.  Wir hoffen, dass sich zahlreiche Mitstreiteiter der Initiative anschließen, um dem Gewerbe und den Berufen darin eine höhere Aufmerksamkeit zu verschaffen. Da diese Initiative auch mit den „Wirtschaftsmachern“ zusammenarbeiten will, hoffen wir auf eine möglichst flächendeckende Wirkung.

Gesunderhaltung des Personals

Ein wesentlicher Baustein leistungsfähiger Unternehmen ist gesundes und motiviertes Personal. Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. arbeitet deswegen seit 2017 mit der DAK-Gesundheit an Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement, die gezielt auf die Mitarbeiter/innen im Gewerbe ausgerichtet sind.

Eine weitere geeignete Maßnahme, dem großen Personalbedarf und leeren Bewerbermärkten zu begegnen, ist die Einstellung qualifizierter Fachkräfte und Hochschulabsolventen aus dem Nicht-EU-Ausland. Bereits Ende 2018 begrüßte die AMÖ mit fünf weiteren Verkehrsverbänden in einer gemeinsamen Stellungnahme deshalb den Entwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das motivierten Menschen aus Drittstaaten eine berufliche Perspektive – damit einhergehend eine bessere und schnellere Integration in unsere Gesellschaft – ermöglichen soll. Neben den Bemühungen um ausländische Fachkräfte muss aber gleichzeitig auch das Potential inländischer Arbeitnehmer gehoben und die Anstrengungen zur Qualifizierung und Rekrutierung von Fachkräften aus Deutschland intensiviert werden.

Factsheet: Ausgewählte Ergebnisse im Rahmen der aktuellen Online-Umfrage
 
Im Vergleich zur Umfrage 2018 hat sich die Personalsituation…
  • …bei mehr als der Hälfte noch verschärft
  • …nur in jedem zehnten Mitgliedsunternehmen verbessert
  • …bei gut einem Drittel nicht wesentlich verändert
Wie würden Sie Ihre Personalsituation beschreiben?
  • 20 Prozent: „bedrohlich“
  • 43 Prozent: „schwierig“
  • 32 Prozent: „befriedigend“
  • 4 Prozent: „komfortabel“
Wie stark beeinflusst die Personalsituation Ihr eigenes Geschäft?
  • 34 Prozent beeinflusst sie „sehr stark“
  • 26 Prozent beeinflusst sie „stark“
  • 34 Prozent beeinflusst sie „spürbar“
Auswirkungen des Personalmangels
  • Rund jeder Zehnte überlegt, seine Tätigkeit einzustellen
  • Fast die Hälfte schätzen eine Verkleinerung des Betriebs
  • Fast die Hälfte stellt die Anschaffung neuer Fahrzeuge zurück
  • Jeder Fünfte verzichtet auf Investitionen in Immobilien wie neue Lagerhallen
Das wird wie im Vorjahr am dringendsten gesucht:
  • Berufskraftfahrer (C/CE)
  • sonstige Kraftfahrer
  • Möbelfachkräfte
  • Auszubildende

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