Mautausweitung führt zu weiteren Kostensteigerungen

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. sieht in der Ausweitung der Maut zum 1. Juli 2018 nur den ersten Schritt einer massiven Kostensteigerung für die Straßenverkehrswirtschaft.

Seit dem 1. Juli ist das gesamte Fernstraßennetz in Deutschland mautpflichtig. Der Bundesverkehrsminister rechnet aufgrund dieser Streckenausweitung mit einem Anstieg der Mauteinnahmen um rund 50 Prozent zu den bereits jetzt geleisteten Abgaben in Milliardenhöhe. „Diese Mehrkosten gehen ganz überwiegend zu Lasten der deutschen Verkehrswirtschaft“ stellt Dierk Hochgesang, der Geschäftsführer des Bundesverbandes Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. in Hattersheim fest.

Bislang haben ausländische Verkehrsunternehmen schon aufgrund der hohen Transitleistung durch Deutschland einen spürbaren Anteil an der Maut getragen. Diese Verkehre laufen ganz überwiegend auf der Autobahn. Das Bundesstraßennetz wird jedoch ganz überwiegend von deutschen Unternehmen, nicht zuletzt für die regionalen Wirtschaftsverkehre und für die „letzte Meile“ zum Zielort, genutzt. „Wir gehen deswegen davon aus, dass sich die Mautkosten für die deutsche Verkehrswirtschaft mindestens verdoppeln. Wie die Bundesregierung davon ausgehen kann, dass diese Mehrbelastung in Milliardenhöhe keine Auswirkung auf die Preise haben wird, bleibt ihr Geheimnis.“

„Die Mautausweitung ist aber erst der erste Aufschlag zu erheblichen Mehrkosten im Straßentransport. Mit dem neuen Mautgesetz kommen zum Jahresbeginn 2019 weitere, erhebliche Mehrbelastungen auf die Verkehrsunternehmen zu. Je nach Fahrzeugkategorie bedeuten die neuen Mautsätze, Steigerungen um bis zu 60 Prozent!“ In diesem Zusammenhang davon zu sprechen, dass keine Auswirkungen auf die Preise zu erwarten sind, zeugt entweder von wenig Kenntnis oder von wenig Interesse an der wirtschaftlichen Situation der Straßenverkehrswirtschaft. „Addiert führen die beiden Mautmaßnahmen für einzelne Unternehmen zu einer Verdoppelung der Mautkosten.“ Hochgesang geht deswegen davon aus, dass die Gespräche zwischen Auftraggebern und Verkehrsunternehmen wegen der Mautkosten noch weitergehen werden.

Bisher sind Lkw mit einem Gesamtgewicht ab 7,5 Tonnen mautpflichtig. Zum 1. Juli wurde das mautpflichtige Straßennetz um rund 37.000 Kilometer Bundesstraßen erweitert. Die Bundesregierung erwartet, dass nur aufgrund dieser Mautausdehnung auf das gesamte Bundesstraßennetz die Mauteinnahmen von bisher 4,7 Milliarden Euro um 2,5 Milliarden Euro auf 7,2 Milliarden Euro steigen.

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